13. Okt 2015

Das mit dem oft bloggen ist ja schon wieder ein Witz. Genau wie zuletzt meine Arbeitszeiten. Sehr viele Sms geschrieben die letzten Tage. Oder vielleicht kommt es mir nur wie ganz viel vor, weil ich es nicht mehr mache. Die Kollegin, die mir sonst alles in die Runde whatsappt, fehlte ja leider auch. So viele Sms jedenfalls, dass ich wieder ohne hinzukucken weiß, wie oft ich was drücken muß, damit was auch immer kommt. Nun also alles so zurecht gedingst, dass ein freier Tag rausspringt. Ein. Ganzer. Tag. Um Dinge ganz anderer Art zu checken und herbei zu organisieren (so hoffe ich), bei denen vermutlich persönliches Vorsprechen nötig werden wird. Uhhh.

Kaum legt man sich mal einen Tag mit Grippe ins Bett, mähen sie einem die letzte große Wiese, sprich das restliche Futter, das man definitiv sicher hatte zu haben glaubte.
Im übrigen ist heute der Tag , an dem ich arbeitszeittechnisch komplett durchgekommen bin und es sogar noch auf die Post geschafft habe. Aber nur, weil das Mädel dort auch nicht pünktlich Feierabend machen konnte.

Hatte ich nicht eben noch im Schlafzimmer nachts das Fenster auf und den angenehm kühlen Luftzug genossen, die Katze das Schlafzimmerverbot geflissentlich ignoriert und die Bettkante als Sprungbrett benutzt? Reinraus, reinraus.
Jetzt jedenfalls Wintermodus. Zu, zu, zuhener und sogar die Heizung an! Ich friere wie ein Schneider. (Wieso frieren eigentlich die Schneider?) Die halbe Kolleginnenschar ist ja bereits krank, war also nur eine Frage der Zeit. Aber ich hab ja die Gabe, heraufziehende Erkältungen einfach wegzuschlafen.

Nur mal so ein Beispiel

Die sind ja irgendwie anders drauf an meinem Arbeitsort. Welt noch in Ordnung möchte man sagen, wenn es sich nicht von selbst verbieten würde.
Als ich die Azubine frage, wo man hier Leuchtmittel erwirbt, antwortet sie erwartungsgemäß nicht etwa „Im Baumarkt“, sondern „Ich glaube, Möbel-Dings hat das auch“.
Von wegen Support your local dealer. Hier macht man das einfach.
Ich konnte mir Neonröhren im Möbelgeschäft nicht gut vorstellen, aber man weiß ja nie und mir gefiel die Aussicht auf einen Besuch bei Möbel-Dings, denn die haben mindestens ein superschönes Bücherregal mit extrem toller Maserung im Fenster, das ich beim Vorbeifahren immer anhimmele und von dem ich befürchte, ich werde es eines Tages kaufen, obwohl ich es nicht brauche und keine Ahnung habe wohin damit.

Bei Möbel-Dings fiel ich mit der Tür direkt vor den Schreibtisch des Verkäufers / Inhabers, keine Ahnung, ich kenn ja niemand, mit Blick auf eine breite Auswahl an Ommasofas. Aha. Okay.
Leuchtmittel verkaufe er keine, die bekäme ich bei Elektro-Dangs.
Natürlich.
In der Wasweißichstraße. Ob ich mich auskenne?
Nein?, da gehen Sie hier die Straße runter… , kommen Sie, ich zeig’s Ihnen, Sie können durch meinen Garten gehen. 004
Durch seinen Garten gehen? Das hatte ich bestimmt nicht richtig verstanden. Er schnappte sein Handy und hielt mir die Tür auf. Auf dem Bürgersteig, im Nieselregen, musterte er mich von oben bis unten. Das Geschäft hatte er nicht abgeschlossen.
Sie sind die Neue bei Fa. Soundso?
Darüber wundere ich mich schon nicht mehr. Man kennt sich hier. Und mich kennen alle gleich mit. Wir gingen über die Straße bis zu einem Tor.
Hier können Sie durchgehen. Wenn Sie drüben rauskommen, halten Sie sich rechts, dann sehen Sie das Geschäft.
Durch seinen Garten! Aber so sind die hier. Und was ist das eigentlich für ein Gebäude?! Auf dem Rückweg sagt mir ein Schild, ein Teil der ehemaligen Synagoge.

Montag

Zuerst wollte ich das kleine schnittige Auto nehmen, was arbeitslos vor der Tür rumsteht, verwarf dann diesen Gedanken, denn ich hatte gestern schon genug damit zu tun, dass der Tacho und alles, was es zu kucken gibt, nicht direkt hinter’m Lenkrad, sondern mittig angeordnet ist. Nicht auf dieser Strecke, wo alle 500 Meter 80 und 100 abwechseln. Außerdem war HR3 eingestellt, nicht der Sender meiner Wahl, auf der Arbeit muß ich das auch schon immer hören, das Autoradio hab ich noch nicht verstanden, und wie gesagt, der Tacho. Mit dem eigenen Auto war ich dann schon so 20 Minuten unterwegs, als Grönemeyer kam. Senderwechsel. Auch Grönemeyer. Hm. Nächster. Sogar im Display lief Herbert. Auf allen Festtasten HR3. Gibt’s eine logische Erklärung dafür?

Sonntag, 27.9.15

Der geilste Spätsommertag um trockenen Fußes bei bester Laune noch 2-3-4 Wiesen einzuzäunen, je nachdem wieviel Land man noch hat, so klar ist das nämlich gar nicht; stattdessen morgens ein paar Meter Frischgrün zugesteckt.
Bereitgehalten für Fahrdienste. Viel später losgekommen als geplant. Ob die Reise aus Bumstourismusgründen stattfindet, kann ich leider nicht sagen.
Riesenumweg auf der Rückfahrt genommen, da vorher 30 km langen Stau auf der Gegenfahrbahn angekuckt.
Auf die weltbesten Satéspieße an der Abfahrt dort gefreut; offenbar hat der Besitzer gewechselt, muß ich nicht mehr haben. Wieder was erledigt.
Kaum daheim wurde es auch schon dunkel. Heute Nacht soll was mit Mond sein, vielleicht hab ich ja bis dahin ausgeschlafen.

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Der beste Treffpunkt im Dorf

ist der Brunnen. Am Abend traf ich eine Frau, die ich noch nie gesehen hatte, zwei Kanister hatte sie, „Auch Pferde?“, nur um das Wasserangebot auf ihrem Hof ein wenig aufzuhübschen und nicht als Nörglerin dazustehen. Die Leiden der Einsteller, da fiel mir wieder ein, wie unschön das auch sein kann.
Wie kriegt man denn ein Pferd nach Finnland? Nimmt man da ein Flugzeug?
Joa, oder mit dem Auto in mehreren Etappen. Mit Übernachtungen auf Höfen in geschickten Abständen.
So fing es an. Und dann hatten wir ein sehr nettes Gespräch über’s Wegziehen und Wiederkommen (ich), über Liebe und Auswandern (sie), über Authentizität, Futterqualität, Herdengrößen, Finnisch lernen, Kasi(?), Kasusse(?), (Wikipedia sagt:) Kasus (mit langem u), über Arbeit finden, Selbständigkeit etablieren, Rucksackwandern, Ehrlichkeit, Einsamkeit, helle Nächte, dunkle Tage und was nicht alles.
Im Schnelldurchgang versteht sich, eine jede hatte noch Pferde zu bewässern.
Warum eigentlich haben wir uns nicht verabredet? Oder wenigstens Nummern getauscht? Warum haben wir uns nicht an Ort und Stelle weiter unterhalten, bis uns die nächtliche Kälte auseinandergetrieben hätte?

Man kann mich mit kleinen Dingen unheimlich glücklich machen. Zum Beispiel damit, dass heute endlich die Götterboten mein neues altes Handy gebracht haben, und zwar – halten Sie sich fest: dasselbe Modell, das ich vor… neun Jahren schon mal gekauft habe, nur jetzt in pink (pink!) und komplett funktionstüchtig.
Klein und knuffig für die Hosentasche. Happy.
Sogleich schoß ich ein Bild von meiner kleinen Freundin, mit der ich mich allabendlich treffe. Dann fand ich, ich brauche doch noch die Kamera mit dem Killer-Feature. 22092015041