Made my day

Während heute Morgen der Kaffee durchlief, fand ich eine Tüte Lebkuchenherzen edelherb, die ich anscheinend vor mir selber versteckt hatte. Höchst zufrieden in den Tag gestartet. Dazu noch Sonne, dazu noch frei, was willst Du mehr? Ich fand zwar keine angemessene Tasche und werde die A5-Übergröße in der Hand tragen müssen, finde diese Vorstellung aber gar nicht so schlecht.

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Eine Handtaschengeschichte

Eine halbe Ewigkeit, lassen wir es mal 20 Jahre sein, habe ich ein und dieselbe Tasche geschleppt. Sie hatte leichte Handtaschenübergröße, das brauch ich auch, und sie bestand eigentlich nur aus einem Fach und einem mit Klett verschließbaren Außenfach. Abgesehen davon, dass diese Tasche ein kleines Raumwunder war, hatte sie durch Schnitt und Anbringung des Trageriemens einen Schwerpunkt, in dem sich, wie der Begriff schon sagt, die schwersten Teile ansammelten. Ich hatte also mit einem Griff meinen Schlüssel. Alle anderen Habseligkeiten drapierten sich jederzeit wiederfindbar drumherum . Genial.

Diese Tasche wurde, wie gesagt, gemeinsam mit mir älter, bis ich sie des Verfalls wegen ausrangieren musste. Seitdem habe ich Unmengen von Taschen gekauft und bin bestenfalls halbwegs zufrieden. Zur Zeit bin ich wieder auf der Suche, da mein neuerlich erworbener Notizblock die üblichen Din A 5-Maße wenn auch nur dezent überschreitet, damit aber leider das gesamte System sprengt. Heute Abend habe ich bereits die große Shopping-Mall abgeklappert, ohne die geringste Aussicht auf Erfolg. Diesmal bin ich nicht mehr gewillt, irgendwelche Kompromisse zu machen und dem Berg der „die ist es auch nicht“ eine weitere hinzuzufügen. Morgen geht es weiter.

Heute nicht mehr

Vielleicht haben Sie sich schon gedacht, dass ich gerade wieder versuche, einigermaßen täglich zu schreiben. Heute Abend bin ich komplett in Bildern versunken, das wird also nix. Nebeneffekt: ich bin an dem Punkt, wo ich mir Passwörter notieren muss.

Montag, 4.1.

So! Der Winter ist jetzt da und ich habe mich so richtig warmgefressen an Lebkuchenherzen (edelherb und nur die in der blauen Verpackung) und genau heute haben sie sie aus den Regalen genommen. Ich bin auf Entzug.

Ein vertrödelter Sonntag

Stundenlang auf Männerhilfe gewartet, um den Hänger aus einer nassen Wiese zu ziehen, zu schieben, whatever. Was für ein Quatsch schon wieder!
Das halbe Internet leergeguckt vor lauter Warterei. Naja, dafür ist es ja da. Dann, so ca 16:49, ich hatte mich wegen hereinbrechender Dunkelheit von unserem Vorhaben mental verabschiedet, ich kann so Hängersachen nicht im Dunkeln, rief eine Männerstimme „Auf geht’s!“. Wie und wo der überhaupt stehe?
So nah und matschfrei wie es ging beim Abstellen, weil ja der Heuballen drin ist, den ich verfütter, das war aber vor Weihnachten, da hatte es noch gar nicht geregnet und da hab ich den schon an seinen Platz geschlingert.
Und wie weit fester Untergrund weg sei?
Na, so 10 Meter?
Es wird ein langes Seil gesucht. Unfassbar schnell gefunden.
Vor Ort, warum ich den so dämlich hingestellt hätte?
Naja, das frag ich mich spätestens seit es dauerregnet auch.
Und dann noch unterm Baum, schräg, so dass er seitlich wegrutschen und mit dem Aufbau an dem überhängenden Ast landen kann.
Ja, fiel mir im Nachhinein auch auf, dass das nicht der geschickteste Platz war. Vermutlich dunkel gewesen.
Der Mann entrollt das Seil und gibt Anweisungen, wie das Auto positioniert werden muß.
Wollen wir es erstmal so versuchen? Ohne Seil?
Was, ob ich das gar nicht probiert habe?
Nö, ich hab den schon beim Abstellen nicht mehr anders hinstellen können, weil die Reifen durchgedreht sind.
Also los. Angehängt, Gas gegeben, rollt. Ähm ja, sind keine 300 Kilo Heu mehr drin… (Frauen können doch alles, wenn sie mal kurz nachdenken würden.) Seil wieder zusammengewickelt.
Darauf ein Bier. Die Flasche, die der Mann ins Gefrierfach getan hatte, ist geplatzt. Den Inhalt des Gefrierfachs in die Spüle geworfen und abgespült. Gründlich. Länger. Dann schwamm der Küchenboden. Spülmaschine läuft über, aha, da tut sich die nächste Baustelle auf. Während ich wische, füllt der Mann meine Zaunbatterien nach. Danach noch eine kleine Belehrung über sich zersetzenden Bleiplatten. Nun also Glühwein.

Verschwinden erklären

Auf der Autobahn darüber nachgedacht, wie sich etwas in Luft auflösen kann. Und wo es jetzt ist. Ich meine nicht dieses „gestern hab ich’s doch da hin gelegt“ oder von Katzen weggespielt, sondern echtes Verschwinden. Aus einem geschlossenen Raum. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, es hat etwas von Magie. Im Radio lief ein Interview mit Eckart von Hirschhausen zu seinem aktuellen Bühnenprogramm, irgendwas mit „Wie sich das Unerklärliche erklärt“ und ja – das wüsste ich auch gern.

Neujahr

WordPress sagt, wir zwei hatten irgendwann im Dezember Jubiläum, also wenn das kein Anlass ist. Dann schaut man und sieht, zuletzt im Oktober was geschrieben, Gott, so lange ist das wieder her? Wo fängt man denn jetzt an? Natürlich am Design, wie immer. Jede Schreibphase ein anderes Design. Was stellen die mir auch immer Millionen neuer Themen hin, wenn ich mal wieder reinschaue.

Das neue Jahr, um mal einen Anfang zu finden, fing genauso an wie das alte aufhörte, mit Pferden umstellen. Gestern hatte ich die von ihrem provisorischen Winterquartier im Wohngebiet weggeholt und auf die nächstgelegene Wiese, die ich habe, die am Waldrand gestellt, nur der Knallerei wegen. Waldrand und Wohngebietrand, mit immer noch mehr Wald als Wohn. Schön hoch gelegen außerdem, da hab ich Aussicht auf die ganze Stadt und kann mir schön das Feuerwerk anschauen. Dachte ich. War dann aber dichter Nebel. Hab nicht mal Pferdeaugen im Schein der Kopflampe leuchten sehen, wenn sie weiter als sagen wir 5 Meter weg waren. Wenn mich also jemand umgenietet hätte, als wegen Böllerei mal bißchen Gerenne anfing, hätte ich es erst im Nachhinein mitgekriegt.
Als ich um halb eins zum Winterquartier fuhr, um nochmal Heu zu holen, war die Straße dort wie geleckt. Niemand draußen, kein Krach, kein Garnichts. Ahhhso, der ganze Aufwand wäre anscheinend gar nicht nötig gewesen. Gut, war das also mein Grenzgang, der dann auch seinen ureigensten Zweck erfüllte, mal wieder die Gemarkungsgrenzen in Augenschein zu nehmen. Weia, da ist ja der halbe Zaun umgekippt.

Unter den ersten Menschen, die mir heute über den Weg gelaufen sind, war der ExOB, der ein frohes neues Jahr wünscht, ich hätte ihn fast nicht erkannt, so auf einem Waldspaziergang und in zivil und nehme das gerne als gutes Omen.

Ich würde ja mal so einen Jahresrückblick machen, wie sie immer im Netz kursieren, à la mehr Geld, mehr Gewicht, mehr Haare und 2015 war insgesamt …, müßte mich dann aber auf die Suche machen und käme vermutlich nicht zurück (und hätte wieder nichts gepostet). Daher mal aus dem Gedächtnis.

      • Haare nur noch halb so lang. Projekt lange Haare aufgegeben. Viel besser.
      • Zugenommen? Weiß nicht, ich glaube, auf’s ganze Jahr gesehen etwas abgenommen. Im Sommer sehr viel dünner.
      • Mehr Geld? War das verdient oder ausgegeben? Egal. Etwas mehr kam rein, viel weniger ausgegeben weil ich meinen Stall abgegeben habe, die ganze Kohle für Beads auf den Kopf gehauen. Nein, also nicht die ganze Kohle, das wär ja Hölle.
      • Das bringt mich auch gleich zum hirnrissigsten Projekt, vielleicht, das gewagteste ist es wohl, nämlich den Stall aufzugeben ohne etwas Neues in petto zu haben. Vielleicht war das aber auch das beste, es wird sich herausstellen.
      • Essen, Buch, Kino können Sie alles vergessen. Ich esse seit jeher, was gerade greifbar ist und hab es im nächsten Moment wieder vergessen, kein Buch (echt kein Buch?!), definitiv keinen Film, es gibt keinen real funktionieren Fernsehanschluss in diesem Haus und mittlerweile schaue ich nicht mal mehr fern im Internet.
      • Was noch? Auf was ich hätte verzichten können? Dass der schwarze Häuptling am Tag nach Pfingsten rausgeht um zu sterben. Wir haben ihn nicht mehr gefunden. Auf der anderen Seite frage ich mich, ob man es für eine Katze besser macht, wenn man sie zum Tierarzt kutschiert und den Eindrücken und Gerüchen dort aussetzt. Egal, der Häuptling hat sich entschieden, so wie es ihm entsprochen hat, die Dinge auf Katzenart zu regeln.
      • Die meiste Zeit verbracht mit? (Jetzt hab ich doch gekuckt.) Arbeit.
      • Die beste Zeit verbracht mit?  Der Herde.
      • Der beste Sex? Nicht in diesem Jahr.
      • Der beste Satz, den jemand zu mir gesagt hat? Ich zieh Sie mal für eine Woche aus dem Verkehr.
      • Das bringt mich gleich auf den ätzendsten Satz: Werden Sie nachts wach? Ja? Müssen Sie mehrmals das Bett neu beziehen? Nein? Sie haben keine Wechseljahre.
      • 2015 war? Zweigeteilt. Die erste Hälfte beschissen, im Sommer fing Knall auf Fall ein anderes Jahr an.
      • Vorherrschendes Gefühl? Wann ist die Talsohle durchschritten?
      • Ausblick auf 2016: Wir Frauen schaffen alles, wenn wir müssen.
      • Oh, und der nochschönste Satz: Du kannst die Wiesen ab nächstes Jahr haben.